3. Panama – Costa Rica

In den letzten Wochen waren wir entweder unter dem Wasser am Tauchen oder darüber auf dem Surfboard unterwegs – unter anderen auf der zweitlängsten Welle de todo el mundo. Dazwischen erholten wir uns körperlich von diesen besonders schönen Strapazen, verpflegten uns kulinarisch, behandelten kleinere Blessuren, kaffeekränzelten mit vielen Bekanntschaften, spannten die Hängematten zwischen Palmen in der Karibik und empfingen Besuch aus der Schweiz. An Weihnachten waren wir nicht von Tannenbäumen umgeben, sondern von Palmen – und statt Christbaumkugeln baumelten Kokosnüsse daran.

Unterwasserwelt

Auf dem Boot. Zwei Taucher:innen. Ein Meter über Meer. Unter uns die fremde Welt von Poseidon.

Wasser. Luft. Zwei Elemente getrennt durch eine schimmernde Oberfläche. Darunter die Magie des Meeres und die physikalischen Gesetze des Wassers.

Wir verliessen die Oberfläche und suchten die Tiefe – hinab ins Unbewusste. Wir durchbrachen wie Regentropfen die Wasseroberfläche.

Abtauchen.

Eintauchen.

Unser Leben hing an einem Schlauch, aber wir fühlten uns ungemein lebendig. Wir waren Teil des Meeres, ein erschreckend kleiner Teil. An Land wirkte die schwere Tauchausrüstung wie Beton an unseren Füssen. Doch im Wasser machte sie uns leicht, federleicht.

Schwebend.

Schwerelos.

Sorgenlos.

Unsere Körper – zu 80% aus Wasser, Umschlungen von Wassermassen. Wasser im Wasser. Erst unsere Körper gaben dem Wasser in uns seine Form. Im Meer ist das Wasser überall und flüchtig zugleich. Strömungen ziehen vorbei, tragen uns mit. Wir gleiten, wir fliegen – unter Wasser. Neben uns die Fische, die Vögel des Wassers. Koralen ragen empor wie Bäume an Land. Wir fliegen über sie hinweg. Unter uns das bunte Treiben, das wir aufmerksam beobachten. Wir sind weit entfernt vom Boden. Abgehoben. Und doch unter dem Meeresspiegel.

Schwärme von Vögeln mit Flossen finden sich zum Tanz, kreieren lebendige Formen. Ihre einzelnen Körper erschaffen in sanften Bewegungen neue Körper, Formen.

Fast wie ein neues Lebewesen.

Wandelbar.

Einzigartig im Moment.

So schön vergänglich.

Die bunten Schwärme. Und wir geraten selbst ins Schwärmen. Eingebettet im blauen Kleid des Meeres umgeben uns die Tanzenden in schimmernden Farben;

Farbtupfer im Tiefblau.

Ein Kunstwerk der Natur.

Ein Gemälde.

Ein sich bewegendes Gemälde.

Ein Tanz, orchestriert von den Strömungen. Als ob sie ihn einzig für uns aufführten.

Eine Uraufführung vielleicht.

Oder fast schon die Dernière?

Denn auch der Klimawandel schaut zu, der grosse Spielverderber, und greift unbarmherzig ein. Der letzte Tanz steht noch bevor.

Käme jemand dem Schwarm zu nahe oder streckte die Hand nach ihm aus, würde er sich auflösen, um sich dann andernorts erneut zu sammeln. In einer neuen Formation und zu einem neuen Tanz.

Ein stetiger Tanz.

Fluid.

Nicht fassbar.

Unfassbar.

Unberührbar.

Und doch verletzlich.

Dem Klimawandel ist nicht zu entweichen. Er ist keine ausgestreckte Hand, die sich vorsichtig nähert. Der Klimawandel ist wie ein Schwarm, der einen umfasst, erfasst.

Von allen Seiten.

Umschlingend.

Verschlingend.

Auftauchen.

Aufwachen.

Ein Traum.

Trotz des hellichten Tags.

Fötelis:

Loch Ness
Schweizer Fische
Dschungelbewohnerin
Cupfinal
Piña Colada in Panama
Warm up
Hi Hai
Zirkus
Reisealltag
Reisealltag
Tutti Frutti
Stress? Gibt‘s hier nicht…
Ananas im Wachstum
Italia in Costa Rica
Zu zweit allein
Banana
Robinson Crusoe
Wo ist Nemo?
Heimatgefühle